Value Management

Gastbeitrag von: Dr.-Ing. Dietmar Traub / PPM Unternehmensberatung

Value Management - Damit Sie Ihrem Wettbewerber immer einen Schritt voraus sind 

Value Management ist eine Methodologie und eine Management-Philosophie, um dem Wettbewerb bei Produkten und Prozessen immer einen Schritt voraus zu sein. Im Zeichen der Zeit werden hiermit die Werte der Kunden und die Unternehmenswerte im Gleichgewicht gehalten.

Dabei bildet die Methodologie Value Management die Klammer um viele bekannte und bewährte Methodiken und Methoden. Sie vervollständigt die kaufmännische Sicht der G+V und der Bilanz mit der technischen Sicht auf Produkte und Prozesse - ohne die Belange der Kunden, der Lieferanten, der Wettbewerber und der Banken zu vernachlässigen.

Value Management: Gezielte und systematische Verbesserungen für Ihr Unternehmen 

Die jüngste Zeit hat den Unternehmen deutlich gezeigt, dass eine Wertsteigerung im Unternehmen nicht allein durch Rationalisierung, Angebotserweiterung oder Fusionierungen zu erreichen ist. Value Management erzielt Wertverbesserung in allen Bereichen Ihres Unternehmens – nicht zufällig, sondern gezielt und systematisch. Dabei beruht der methodische Ansatz auf drei wesentlichen Paradigmen:

  • ständiges Bewusstsein dessen, was Wert für die Organisation bedeutet
  • Konzentration auf Ziele und Sollvorgaben, bevor mit der Lösungssuche begonnen wird
  • Konzentration auf Funktionen als Schlüssel für die Maximierung innovativer und praktikabler Ergebnisse

Manche Führungskräfte mögen Verständnis dafür haben, was Wert für die Organisation bedeutet. Oft dominiert jedoch ein Abteilungs- oder ein Bereichsdenken. In vielen Fällen fehlt den Mitarbeitern das Wertverständnis, hervorgerufen durch mangelnde Kommunikation, fehlende Informationen und unzureichendes Wissen.

Die Value Management-Methodik schafft Arbeitsplätze

In unserer These haben wir behauptet, dass die Anwendung der Value-Management-Methodik Arbeitsplätze schafft. Dies wollen wir im Folgenden darlegen. Den Weg dorthin möchten wir über die drei Paradigmen erläutern. Vorwegzunehmen ist, dass es nicht um das Belassen alter Gegebenheiten geht. Es geht um die nachhaltige Wertverbesserung bzw. Wertsteigerung, die das Wachstum im Unternehmen verstärkt und marktfähige Innovation freisetzt.

Wertorientierung im Unternehmen

Der Wert eines Objektes/Produkts ist die Relevanz bzw. Signifikanz, die dieses für den jeweiligen Betrachter hat. Dieser Wert lässt sich aus der Summe der Sicht der Wertenden mit Hilfe von gewichteten Beurteilungskriterien quantifizieren. Dieser Prozess ermöglicht die „Rück“ - Besinnung auf die unternehmerischen Grundlagen, die eine strategische „Neu“ - Orientierung erst sinnvoll machen.

Die unternehmerische Realität zeigt oft sehr deutlich, dass die gemeinsame Wertbasis gar nicht vorhanden ist und Abteilungen, gar ganze Bereiche, völlig divergierende und sogar noch konkurrierende Wertorientierung haben.

Konzentration auf Ziele und Sollvorgaben

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Value Managements ist die Konzentration des Handelns auf quantifizierte Ziele. Diese Ziele werden bei der Projektvorbereitung einvernehmlich gesetzt und sind hergeleitet vom Markt und von den Unternehmenswerten.

Konzentration auf Funktionen

Der Funktionenanalyse im Value Management-Konzept kommt eine besondere Aufgabe zu, da nur mit ihr innovative Lösungsansätze ermöglicht werden. Vor Beginn der Lösungssuche soll grundsätzlich überlegt werden, was das Objekt können muss oder soll, was wichtig ist und was nur wünschenswert. Mit der Fokussierung auf die Funktionen kann man eine Soll-Ist-Analyse vornehmen. Erst dann zeigen sich erste Lösungsfelder auf. Dieses methodische Vorgehen „vom Grundsatz her“ bietet den Vorteil, dass auch grundsätzliche Verbesserungen möglich werden, dass Mitarbeiter im Teamprozess Wissen erwerben, vertiefen und erweitern und dass Identifikation und Motivation gestärkt werden. Die Praxis zeigt, dass sich durch Anwendung des methodischen Vorgehens im Durchschnitt ca. 25% Kostenersparnis ergeben - ohne Stellenabbau - und in vielen Fällen innovative Prozesse freigesetzt werden.

Sie fragen sich, wie das möglich ist?

Die Antwort ist einfach: In den meisten Unternehmen werden auch heute noch Probleme am offensichtlichen Ansatz behandelt und nicht an der Wurzel. Hierarchische Gefälle ersticken Neuerungsprozesse im Keim, reale interdisziplinäre Teamarbeit mit Ergebnisorientierung fällt der betrieblichen Routine zum Opfer.

Wertanalyse? Macht man das heute noch?

…fragte mich kürzlich ein Geschäftsführer beim Akquisitionstelefonat. Ich war sprachlos, konnte nur auf die Erweiterung zum Value Management hinweisen. Wenn Wertanalyse/Value Management out ist, ist meine Hauptberatungskompetenz wertlos. Ein bisschen Nachdenken führt aber zu folgendem Bild: Das Wertprinzip beruht immer (noch) auf dem Verhältnis von „erzieltem Effekt“ zu „eingesetztem Aufwand“. Das nennen wir „Wert“. Das Schöne und Mächtige daran ist, dass es tatsächlich „nur“ um die Optimierung dieses Verhältnisses geht. Dieses Prinzip ist universell einsetzbar. Natürlich kann man es einsetzen wie zu den Anfangszeiten von Wertanalyse zum Optimieren von Teilekosten. Das geht dann auch bei Baugruppen, kompletten Maschinen und sogar Maschinenprogrammen.

Noch größer gefasst ist Value Management jedoch einsetzbar bei Geschäftseinheiten und auch ganzen Unternehmen. Das bedeutet, dass auch die Übertragung des Prinzips von Produkten auf Prozesse möglich und sogar notwendig ist, um den „Wert“ zu steigern. Dies ist natürlich das Ziel jedes Unternehmens und damit auch hoffentlich das Ziel eines Geschäftsführers. Insofern ist zu erwarten, dass man Wertanalyse/Value Management heute auch noch macht.

Natürlich häufig implizit und eventuell unter anderem Namen, der Mechanismus ist der gleiche. Dann geht’s noch um die Frage, wann setze ich dafür einen externen Berater ein, der zu der Methodenkenntnis auch noch andere Vorteile einbringen kann. Insgesamt gesehen ist die Wertanalyse bzw. das Value Management heute und auch in Zukunft aktuell, wenn es richtig verstanden wird.

 

Autor: Dr.-Ing. Dietmar Traub / PPM Unternehmensberatung